Finanzierung

Nicht jeder, der unser Vorhaben unterstützen möchte, verfügt über Kenntnisse von Produktion und Finanzierung eines Dokumentarfilms. Daher haben wir hier einige wissenswerte Informationen zusammengetragen.

In berührenden Interviews haben uns die Protagonisten und Wegbereiter des Jazz in Deutschland ihre Geschichten erzählt. Wir sind glücklich, dass wir ausführliche Gespräche mit Paul Kuhn und Max Greger führen durften, bevor sie starben. Ihre Erlebnisse konnten wir im Rahmen unserer Dreharbeiten für immer festhalten, wie auch das letzte große Konzert dieser Swing-Legenden gemeinsam mit Hugo Strasser in Luzern. Alle Kosten für diese vorgezogenen Dreharbeiten [Personal, Rechte, Tantiemen der Protagonisten, Equipment, Postproduktion, Trailer, Reisekosten] haben wir in Vorleistung erbracht.

Nun steht die Finanzierung dieser bereits entstandenen Materialsicherungskosten und noch entstehender Produktionskosten an: Wir wollen weitgehend unbekannte Schätze aus den Filmarchiven ans Tageslicht bringen und zudem eine Gruppe junger Jazzmusiker im Tourneebus auf ihrer Spurensuche nach den Wurzeln des Jazz quer durch Deutschland begleiten. Uns Filmemachern steht eine wochenlange Archivrecherche bevor, äußerst kostspielige Nutzungsrechte müssen erworben, weitere Interviews gedreht, Konzerte aufgezeichnet, das finale Konzert mit Alt und Jung organisiert und gedreht werden. Umfangreiche Marketingkampagnen werden in die Wege geleitet, damit Unterstützer und Kinobesucher auf die Dokumentation aufmerksam werden. Dies alles kostet Geld.

Die wesentlichen Bestandteile einer Finanzierung sind Filmförderung, TV-Sender und Crowd Investing:

  • Filmförderung wird heutzutage mehr als Wirtschaftsförderung verstanden denn als Kulturförderung, so scheint es. Man gewinnt den Eindruck, dass vor allem Filme, die auf Gewinnmaximierung und Massenpublikum ausgelegt sind, gefördert werden; ein Film über den Jazz passt nicht in dieses Raster, wie die Absagen dreier Förderanstalten vermuten lassen.
  • Die öffentlich-rechtlichen Sender SWR, WDR und RBB unterstützen uns mit kleinen Budgets und Zugang zu ihren Archiven, was jedoch nicht einmal zur Deckung bereits entstandener Fremdkosten reicht (ganz zu schweigen von unserer eigenen Arbeitsleistung, die bisher unentgeltlich erfolgte).
  • So haben wir uns entschieden, unseren Film größtenteils durch Crowd Funding zu finanzieren: Als Einzelperson, Institution oder Firma haben Sie die Möglichkeit unser Vorhaben direkt finanziell zu unterstützen, weil Sie Musikliebhaber sind oder einfach ein ambitioniertes und kulturell bedeutsames Projekt fördern wollen. Sie können unser Filmvorhaben ohne große Formalitäten mit einem Geldbetrag in beliebiger Höhe unterstützen. Abhängig vom Betrag werden Sie auf der Webseite, im Nachspann (in unterschiedlichen Größen), auf dem Filmplakat, dem Booklet der DVD oder anderweitig als Förderer genannt. Sie erhalten Freikarten zur Premiere u.v.m. – wenn Sie dies möchten. Sollte das Projekt nicht realisiert werden, erhalten Sie Ihr Geld zurück. Die ganze Aktion ist streng regelementiert, jeder Schritt wird überwacht, damit für jeden Unterstützer garantiert ist, dass sein Geld auch tatsächlich für dieses Projekt verwendet wird. Trotz großartiger Unterstützung durch die führenden Jazz-Publikationen brachte eine erste Finanzierungskampagne bei Startnext nicht den gewünschten Erfolg.

Wir haben einen mehrstufigen Finanzierungsplan für unser Vorhaben erstellt:

  • Bei Überschreiten der Fundingschwelle von € 140.000,- können wir diesen Film in einfachster, abgespeckter Form realisieren. Die Ausgaben dienen zur Deckung bereits entstandener Kosten für Filmaufnahmen (Interviews und Konzertaufzeichnungen) und der noch anstehenden Dreharbeiten (inklusive Technik, Nebenkosten und Postproduktion). Archivmaterial können wir bei diesem Szenario nur verwenden, wenn dadurch keine weiteren Kosten entstehen. Jeder zusätzliche Euro von Ihnen oberhalb dieser Schwelle wird den Film aufwerten und damit sehenswerter machen. Statt einer Aneinanderreihung sprechender Köpfe können wir mit jedem Euro mehr die Aussagen der Jazzlegenden durch packendes Bildmaterial illustrieren
  • Erreichen wir einen Betrag zwischen € 190.000 und € 250.000, werden wir davon schrittweise die Kosten für noch zu erwerbende Archiv- und Musikrechte begleichen sowie die Anzahl der Dreh- und Schnitttage erhöhen
  • Erreichen wir einen Betrag von € 250.000 bis € 400.000, werden wir ihn für das geplante Archivmaterial (bis zu 40 Minuten) inkl. Archivrecherche verwenden. Für die Verwendung von Archivmaterial fallen Kosten von bis zu 4.000,- pro Minute an. Erst in dieser Stufe werden wir uns ein angemessenes branchenübliches Honorar erlauben

Erreichen wir unser Fundingziel von € 430.000 , werden wir die technische Qualität und die Ästhetik des Films optimieren (Colorgrading, Animationen, 5.1-Kinomischung). Die unserem Film zugrunde liegende Kalkulation haben wir nach brachenüblichen Richtlinien erstellt.

Hintergrundinformation: Eine 45-minütige Sendung in einem der dritten TV-Programme kostet bei ca. 10 Drehtagen (mit einer Kamera) und 10 Schnitttagen rund € 100.000,- (Kosten für Archivmaterial noch nicht berücksichtigt). Wir haben bereits jetzt mehr als 20 Drehtage mit jeweils 2-3 Kameras absolviert und rechnen mit noch mind. 10 Drehtagen. Für den Schnitt sind mindestens ca. 60 Tage vorgesehen. Wir produzieren eine Film fürs Kino, an den qualitativ weitaus höhere Maßstäbe angelegt werden, als bei einer TV-Produktion, was die Kosten spürbar erhöht.

Möglicherweise werden wir diese Finanzierungs-/Produktionsziele schrittweise durch mehrere Kampagnen erreichen.

Soweit möglich werden die anfallenden Tätigkeiten durch die Macher des Projektes selbst, und damit kostengünstig erbracht.