Let’s Swing | Jazz made in Germany

Jazz ist hip! Ob im Club oder im Tanzpalast – swingende Rhythmen sind en vogue, auch und gerade unter jungen Menschen! Dabei wissen die wenigsten um die Wurzeln dieser Musik, die vor ziemlich genau 100 Jahren die Tanzböden der Metropolen hierzulande eroberte. Wie kam der Jazz nach Deutschland? Warum wurden Swing-Kids in Zwangslager und Jazzmusiker sogar ins KZ verschleppt? Wodurch gelang dem Jazz nach dem Krieg der Durchbruch? Welche Bedeutung hat er heute für die jungen JazzmusikerInnen? Ausgehend vom Lebensumfeld jazzbegeisterter junger Menschen und MusikerInnen macht sich Lets Swing | Jazz made in Germany auf die Suche nach Antworten. Hier geht’s zum Trailer:



So begleiten wir den aus Baden Württemberg stammenden Jazz-Trompeter Jakob Bänsch mit seiner aus aus vier jungen Musikerinnen und Musikern bestehenden Band auf Tour, beobachten die Münchner Jazzband Feindsender bei ihren Auftritten und werfen einen Blick hinter die Kulissen des XJazz Music Festival Berlin 2022 und treffen dort unter anderem auch Sebastian Studnitzky im Konzert mit Rolf Kühn.

Damit grenzt sich dieser Dokumentarfilm klar ab von üblichen TV-Dokumentationen mit aneinandergereihten Talking Heads. Eine in der Gegenwart verankerte und durch Fragen vorangetriebene Spurensuche ist eingebettet in filmische Aktionen, die dadurch Abwechslung erfahren, indem sie mit Konzerten und Proben, Interviews und Archivmaterial intelligent und dramaturgisch sinnvoll verbunden werden.

Aber wie lässt sich eine Spurensuche bewerkstelligen, wenn die bedeutendsten Jazzmusiker hierzulande bereits verstorben sind? Unser Archiv macht es möglich! Im Zuge einer vorgezogenen Materialsicherung konnten wir zahlreiche Musiker mit der Kamera begleiten, darunter auch die inzwischen verstorbenen Jazzmusiker Max Greger, Hugo Strasser, Paul Kuhn, Coco Schumann und Peter Thomas sowie den (ebenfalls verstorbene) ″Jazz-Papst″ der ehemaligen DDR, Karlheinz Drechsel aber auch die noch lebende Jazz-Ikone Klaus Doldinger.

Bayern und insbesondere die Jazzmetropolen München und Baden Württemberg nehmen in diesem Dokumentarfilm einen breiten Raum ein. Dabei begleitet dieser Film nicht nur die genannten Swing-Legenden, sondern portraitiert auch junge Bands, wie etwa die Gruppe Feindsender um Tizian Jost und Hannah Weiss, die deutschen Jazz zur Zeit des Nationalsozialismus interpretiert

Der Nationalsozialismus war auch Grund dafür, dass sich hierzulande die Ausbreitung des Jazz schwieriger als irgendwo sonst gestaltete! Auch ohne künstliche Dramatisierung ergibt sich dadurch ein maximales (filmisches) Konfliktpotential im Spannungsfeld von Freiheitsliebe und Diktatur inklusive Happy End.

Durch die Beteiligung der Sender SWR und BR ergibt sich die Möglichkeit, das umfangreiche Fernseharchiv mit vielen legendären Jazz-Sendungen (z.B. Joachim-Ernst Berendts) zu nutzen. Auch bereits verstorbenen Vertretern des Modern-Jazz wie auch den wenigen (ebenfalls längst verstorbenen) weiblichen Vertreterinnen des Jazz kann somit noch ein filmisches Denkmal gesetzt werden.